Berufswunsch Erzieher:in - warum?

Du bist neugierig auf Neues, möchtest einen wichtigen Job machen und bist gerne mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen? Dann ist der Beruf Erzieher:in genau der richtige für dich!

Im Kreis Siegen-Wittgenstein, in den 11 kreisangehörigen Städten und Gemeinden, von Bad Berleburg über Hilchenbach bis nach Wilnsdorf, arbeiten aktuell rund 1.400 Erzieher:innen in Kitas und rund 60 in Heimen. Wenn du dich für den Beruf Erzieher:in entscheidest, bist du Teil dieser Gruppe, die jeden Tag einen ganz tollen Job macht!

Erzieher:in zu sein, heisst vor allem:

  • Wissensvermittler:in zu sein
  • Begleiter:in, Unterstützer:in und Kümmerer:in zu sein
  • Idealist:in zu sein

Wissenswertes zum Beruf Erzieher:in

Wo arbeiten Erzieher:innen?

Hauptsächlich arbeiten Erzieher:innen in einer Kindertageseinrichtung (Kita), aber es gibt auch andere Einsatzorte mit älteren Kindern und Jugendlichen, z. B. in Kinder- und Jugendheimen oder Jugendtreffs.

Was machen Erzieher:innen, die in einer Kita beschäftigt sind?

Ihre Hauptaufgaben sind:

  • Kinder erziehen, bilden und fördern
  • Kinder pflegen und versorgen
  • Entwicklungsberichte fertigen
  • Mit Eltern kommunizieren

Die Hauptaufgaben unterscheiden sich je nach Einsatzbereich:

Zu den Aufgaben im Kinder- und Jugendheim gehören beispielsweise:

  • Unterstützung bei typischen Alltagsaufgaben
  • Im Alltag begleiten und diesen ein Stück weit teilen
  • Verfassen von Entwicklungsberichten

Zu den Aufgaben im Jugendtreff gehören beispielsweise:

  • Freizeitaktivitäten organisieren
  • Im Alltag begleiten, unterstützen und beraten
Wie sind deine Berufsaussichten?

Die Berufsaussichten für Erzieher:innen sind außerordentlich gut! Denn es herrscht ein großer Mangel an ausgebildeten Fachkräften. Aktuell sind bundesweit ca. 10.000 Stellen nicht besetzt. Prognosen für die nächsten zehn Jahre gehen davon aus, dass bis zu 200.000 Erzieher:innen in den Kitas fehlen.

Was spricht für den Beruf Erzieher:in?
  • Abwechslungsreicher und anspruchsvoller Beruf
  • Interessante Begegnungen mit verschiedenen Menschen
  • Einsatz für Kinder, Jugendliche und ihre Familien
  • Gute Berufsaussichten durch Fachkräftemangel
  • Unterschiedliche Einsatzorte (z. B. Kita oder Wohngruppe)
Wie kann ich Erzieher:in werden?

Erzieher:in kannst du auf verschiedenen Wegen werden. Welcher Weg für dich in Frage kommt, hängt unter anderem davon ab, wann du dich für diesen Beruf entscheidest und welchen Berufsabschluss du hast und weiterhin anstrebst. Hierzu findest du viele Informationen auf den nachfolgenden Seiten.

Wie viel verdiene ich während und nach der Ausbildung?

Bei den nachfolgenden Beträgen handelt es sich um Circabeträge, die sich je nach Arbeitgeber unterscheiden können.

Bei den Anhaben handelt es sich jeweils um das Brutto-Gehalt.

1. Ausbildungsjahr (FSP-PIA) ca. 1.140 Euro
2. Ausbildungsjahr (FSP-PIA) ca. 1.205 Euro
3. Ausbildungsjahr (FSP-PIA) ca. 1.307 Euro

Aktuell beträgt die Vergütung im Anerkennungsjahr ca. 1.602 Euro.

Berufseinsteiger:innen, das heißt nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung, erhalten ca. 3.020 Euro.

Die Erfahrung von Erzieher:innen

Einsatzort

Was machen Erzieher:innen, die woanders als in einer Kita arbeiten?

Die Arbeit als Erzieher:in mit älteren Kindern und Jugendlichen heißt, dass die Aufgaben „Betreuung“ und „Versorgung“ weniger werden und die Aufgaben „Beratung“ und „Begleitung“ zunehmen, weil die jungen Menschen immer selbstständiger werden. Du kümmerst dich beispielsweise um schulische oder berufliche Fragen und Herausforderungen, unterstützt und berätst bei typischen Teenager-Themen, wie die erste große Liebe oder der erste Liebeskummer, ihren Berufswünschen und beim Prozess des Selbstfindens.

Erzieher:innen in einer "Kindertages­einrichtung" (KITA)

„Kita“ oder „Kindergarten“ sind bekannte Begriffe. Denn fast jeder hat eine Kita bzw. einen Kindergarten besucht. Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es insgesamt rund 200 Kitas, die die Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern übernehmen. Fast alle Kitas betreuen heute auch sehr kleine Kinder bzw. unter Dreijährige. In den vergangenen Jahren sind die Angebote für diese Altersgruppe enorm ausgebaut worden. Grund hierfür ist der sogenannte Rechtsanspruch. Nach diesem haben seit dem 1. August 2013 alle einjährigen Kinder einen Anspruch auf ein Betreuungsangebot, wenn ihre Eltern dies wünschen. Erzieher:in zu sein ist eine anspruchsvolle und herausfordernde Aufgabe, die weit mehr ist als „nur“ auf Kinder aufzupassen. Kitas sind wichtige Orte für Erziehung und Bildung, wo Kinder sich viele grundlegende Kompetenzen aneignen (z. B. Einüben von Regeln des täglichen
Miteinanders, Ausdauer, Erlernen von grob- und feinmotorischen Fähigkeiten). Der Alltag von Erzieher:innen ist auch deshalb eine herausfordernde Aufgabe, weil zur „Zielgruppe der zu betreuenden Kinder“ sowohl sehr kleine Kinder von wenigen Monaten gehören als auch ältere Kindergartenkinder. Zudem heißt Kita-Alltag auch volles Programm, häufig von morgens 7:00 Uhr bis nachmittags 16:00 Uhr, da viele Kinder ganztags betreut werden. Einige Kindertageseinrichtungen sind Familienzentren. Sie fördern und beraten Familien und ihre Kinder in vielen Fragen, unterstützen sie individuell und machen spezielle familienbezogene Angebote. Hierzu arbeiten sie mit vielen anderen Fachdiensten und Einrichtungen zusammen, die Unterstützungsleistungen für Kinder und Familien bereithalten, zum Beispiel Erziehungsberatungsstellen, Gesundheitsdienste oder Volkshochschulen.

Erzieher:in in der "Kindertagespflege"

Die Betreuung von Kindern in der Kindertagespflege ist je nach Konstellation so was wie ein kleiner Kindergarten bzw. eine Mini-Kita. Werden bis zu neun Kinder im Alter von null bis unter drei Jahren betreut, handelt es sich um eine Großtagespflege (GTP). Je nach Anzahl der zu betreuenden Kinder arbeiten dort zwei bis maximal drei feste Bezugspersonen bzw. Kindertagespflegepersonen. Im Unterschied zu einer „normalen“ Kita sind Großtagespflegestellen nicht immer in einem eigenständigen Gebäude untergebracht, sondern häufig auch in einem größeren Gebäudekomplex oder Wohnhaus. Erzieher:innen können sich auch als Kindertagespflege Personen (KTP) selbständig machen. Sie betreuen dann je nach Buchungszeit bis zu fünf Kinder oder schließen sich mit anderen Kindertagespflegepersonen in privaten Zusammenschlüssen als Großtagespflege (GTP) zusammen.
Alternativ können Erzieher:innen, die in der Kindertagespflege arbeiten, auch bei einem Träger angestellt sein, die oft auch Träger von Kitas sind. Dann handelt es sich um eine Träger-GTP. Vereinzelt kommt es auch vor, dass Firmen eine eigene GTP betreiben, entweder auf dem eigenen Firmengelände oder in unmittelbarer Nähe davon. Bei Eltern ist die KTP vor allem dann sehr beliebt, wenn sie eine Betreuung für ein sehr kleines Kind benötigen (unter Dreijährige) oder aufgrund ihrer Arbeit eine zeitlich sehr flexible Kinderbetreuung benötigen.

Erzieher:in in der Heimerziehung

In der Heimerziehung haben Erzieher:innen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen, die aufgrund unterschiedlichster Gründe nicht mehr zuhause mit ihren Eltern zusammenleben können. Mitunter sind sehr kleine Kinder im Vorschul- und Grundschulalter zu betreuen, in der Regel sind die Kinder jedoch schon älter.

Erzieher:in als Unterstützer:in von Erwachsenen mit Behinderung

Sie sind wichtige Bezugspersonen und Begleiter:innen für die Menschen mit Behinderung bei wichtigen Alltagsthemen, Sorgen und Nöten und damit auch ein guter Freund/ eine gute Freundin mit gleichzeitig klar definiertem, pädagogischen Auftrag. Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Einsatzbereich. Sind Erzieher:innen im Wohngruppen und Wohngemeinschaften tätig, dann steht dort vor allem die Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags im Mittelpunkt, so beispielsweise die Begleitung bei Behördenbesuchen, der Freizeitgestaltung unter Berücksichtigung der persönlichen Wünsche und Bedürfnisse und bei der Vorbereitung
der täglichen Mahlzeiten. Sind Erzieher:innen in Werkstätten tätig, dann ist die Unterstützung auf das berufliche Leben ausgerichtet, beispielsweise geeignete Hilfsmittel für den Arbeitsplatz zu finden und anzuschaffen. Weitere Aufgaben sind, die Menschen mit Behinderungen ganz konkret an ihrem Arbeitsplatz zu unterstützen (=Assistenz) oder mit anderen Fachkräften und den Betroffenen selbst die Arbeit unter rehabilitativen Aspekten zu gestalten.

Das sagen Erzieher:innen

„Nachdem ich mein Studium der Musikpädagogik nach 4 Semestern abgebrochen hatte, bewarb ich mich zur Erzieherausbildung für die FSP am Berufskolleg AHS Siegen. Dies erwies sich als richtige Entscheidung, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich für mich das Lernen im Klassenverbund als geeigneter herausstellte. Die Verzahnung zwischen theoretischen und praxisorientierten Themen ist gut organisiert, sodass man am Ende der Ausbildung für die Praxis vorbereitet ist. Auch die Begleitung der Lehrkräfte während der Ausbildung ist optimal und man kann jederzeit mit verschiedenen Anliegen auf sie zukommen.“

Max S. (24 J.)

„Nach meinem Abitur und meinem Au-Pair-Jahr habe ich angefangen Lehramt zu studieren. Das Studium und die Anonymität an der Universität war nicht das Richtige für mich. Da ich beruflich auf jeden Fall etwas mit Menschen machen möchte, habe ich mich für die klassische Erzieher:innen-Ausbildung am Berufskolleg AHS in Siegen entschieden. Ich bin total zufrieden mit meiner Entscheidung. Die zwischenm­enschlichen Begegnungen mit Klassen­kamerad:innen und Lehrer*innen gefallen mir besonders gut."

Paula B. (22 J.)

„Nach einem abge­brochenen Studium (der Sozial­päda­gogik) wegen akuter anderer Ver­pflichtungen, dafür aber an­schließen­der lang­jähriger prekärer Beschäftigung und vielfältigem Patchwork-Jobben im Bereich der Kinder und Jugend­arbeit und der Erwachsene­nbildung, war es nach dem Schul­eintritt meiner beiden Mädchen an der Zeit, die praktische Berufs­erfahrung doch noch mit dem theoretischen Unterbau zu unterfüttern. Da kam die Praxis­integrierte Ausbildung an der AHS Siegen genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn nur lernen ohne praktischen Anteil, das konnte ich mir nur noch schwer vorstellen."

Markus R. (46 J.)

„In der FOS habe ich mein Jahres­praktikum in einer Kita absolviert. Dort habe ich den Entschluss gefasst, Erzieherin zu werden. Nach meinem Abschluss fing ich in der FSP am Berufskolleg AHS an, da ich die Nähe zur Theorie und die vorhandenen Praktika in der klassischen Erzieherausbildung für mich am besten geeignet hielt. Jetzt, wo ich kurz vor meinem An­er­kennungs­jahr stehe, kann ich nur sagen die richtige Entscheidung getroffen zu haben."

Büsra G. (20 J.)

„Eigentlich bin ich gelernte Kranken­schwester, habe aber in meiner Erziehungs­zeit festgestellt, dass mir die Arbeit mit Kindern sehr liegt und großen Spaß macht. So habe ich eine Quali­fikation zur Kinder­tages­pflege­person absolviert, war in einer Groß­tages­pflege angestellt und bin sehr froh, jetzt die PIA-Ausbildung am Berufskolleg AHS machen zu können. Ich sehe sie als Geschenk, da ich im Wechsel direkt in einer Einrichtung arbeite und die Theorie in einer tollen Klasse der FSP lernen darf."

Silvia C. (51 J.)

„Nach meinem Real­schul­abschluss habe ich eine Aus­bildung im Lebens­mittel­hand­werk absolviert. Einige Jahre nachdem ich in dem Beruf gearbeitet habe, habe ich mich dazu entschieden einen neuen Lebens­weg einzu­schlagen und mich beruflich umzu­orien­tieren. Nach einem Beratungs­gespräch leistete ich ein 900 Stunden umfassendes Praktikum in einer Kinder­tages­stätte ab, um die Kriterien für die Erzieher­ausbildung zu erfüllen. Dank des Bildungs­gutscheines konnte ich meinen Lebens­standard aufrecht­erhalten und mich voll auf die Ausbildung am Berufskolleg AHS fokussieren."

Nils G.

„Hallo, ich bin Mika, bin 18 Jahre alt und besuche die FSA (das berufliche Gym­nasium für Erzieher) auf dem Berufs­kolleg AHS. Dies ist der Bildungs­gang, in dem man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt bzw. schlagen kann. Nach drei Jahren hat man das Abitur (vollwertig) und den Erzieher­abschluss nach dem vierten Jahr, dem soge­nannten Aner­kennungs­jahr. In der gesamten Zeit hat man das Vergnügen, sich mit einem festen Klassen­verband päda­gogische Kom­pe­ten­zen mit Spaß und Freude anzueignen. Außerdem kann man sein erlerntes Wissen in den Praktika anwenden. Wer sich sicher ist, dass er im päda­go­gischen Bereich gut aufgehoben ist, aber noch nicht ganz weiß, ob er Erzieher oder Sozial­päda­goge oder vielleicht Lehrer werden möchte, kann hier sein Funda­ment gießen und von diesem Bildungs­gang in seinem ganzen beruflichen Werde­gang profitieren."

Mika (18 J.)

„Während meiner Aus­bildung zur Sozial­assisten­tin hatte ich die Möglich­keit, in mehreren Berufs­feldern ein Praktikum zu machen und dort mit unter­schied­lichen Alters­gruppen zu arbeiten. Für mich war das ein guter Weg, erstmal verschiedene Optionen aus­zu­pro­bieren. Letzt­endlich hat mir die Arbeit mit Kindern am besten gefallen. Diese hat mir so viel Freude bereitet, dass ich mich entschieden habe, eine Aus­bildung zur Erzieherin an der AHS zu machen. Mir macht es besonders viel Spaß, diese bei ihrer Ent­wick­lung zu unter­stützen und auf ihrem Lern­weg zu begleiten. Ich habe mich bewusst für die klassische Aus­bildungs­form entschieden, da mir der schulische Rahmen sehr wichtig war. All das wurde mir durch die vorherige Aus­bildung zur Sozial­assistentin erst möglich gemacht und daher kann ich jedem nur empfehlen, diesen Weg zu gehen! Berufs­kolleg AHS"

Laura L. (20 J.)

„Ich bin über den Weg der Kinder­pflege­aus­bildung am Berufskolleg AHS zur Erzieher­ausbildung gelangt. Anfangs dachte ich, die Kinder­pflege­aus­bildung seien zwei „verschwendete“ Jahre, um an mein Ziel zu gelangen, aber jetzt muss ich sagen, dass es hilft, viel Grundwissen und viele Grundlagen mit in die Erzieher­ausbildung zu nehmen. Ich kann es nur empfehlen!"

Lisa B. (24 J.)

Anforderungen

Wie kann ich Erzieher:in werden?

Erzieher:in kannst du auf verschiedenen Wegen werden. Welcher Weg für dich in Frage kommt, hängt unter anderem davon ab, wann du dich für diesen Beruf entscheidest und welchen Berufsabschluss du hast und weiterhin anstrebst. Hierzu findest du weiter unten viele weitere Informationen.

Abschluss staatlich anerkannte:r Erzieher:in an der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik

Beim Besuch der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, steht der Berufsabschluss „Staatlich anerkannte Erzieherin / Staatlich anerkannter Erzieher“ im Mittelpunkt und auf Wunsch kannst du zusätzlich die Fachhochschulreife erwerben. Mit der Fachhochschulreife erwirbst du die Zugangsberechtigung für den Besuch einer Fachhochschule, um so beispielsweise später Soziale Arbeit, Bachelor of Arts (B.A.) studieren zu können.

Welchen Schulabschluss sollte ich mindestens haben?

Mindestvoraussetzung ist, dass du die Fachoberschulreife erworben hast. Aber dieser Abschluss allein reicht nicht, um die Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, besuchen zu können.

Hierzu benötigst du nämlich noch eine berufliche Qualifikation, wie beispielsweise:

  • Abschluss einer mindestens zweijährigen Ausbildung im sozialen Bereich, zum/zur Kinderpfleger:in, zum/zur Sozialassistenten:in oder zum/zur Sozialhelfer:in
  • Abschluss einer höheren Berufsfachschule oder Fachoberschule mit Fachhochschulreife im Sozial- und Gesundheitswesen. Fachhochschulreife mit anderen Schwerpunkten und Fachhochschulreife, schulischer Teil, mit einem zusätzlichen einjährigen gelenkten Praktikum in einem Kindergarten
  • Nachweis einer einschlägigen Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren

Sofern du die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur, besitzt und du ein „einschlägiges“ zusammenhängendes Praktikum nachweisen kannst, beispielsweise in einem Kindergarten, steht dem Besuch der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, nichts im Wege. Das Praktikum sollte eine Dauer von mindestens sechs Wochen (in Vollzeit) oder 480 Stunden (in Teilzeit) haben. Anstelle des Praktikums werden zudem anerkannt: Zivildienst, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD), sofern die Tätigkeit in einer für den Bildungsgang geeigneten Einrichtung und mit sozial-
pädagogischer Ausrichtung erfolgte.

Wichtig: Praxiserfahrungen im sozialpflegerischen Bereich sind nicht anrechnungsfähig.

Wie gestaltet sich die Ausbildung und die Prüfung?

Deine Ausbildung als Erzieher:in an der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, kannst du als sogenannte konsekutive Ausbildungsform machen (in vollzeitschulischer Form) oder als praxisintegrierte Ausbildungsform, PIA (ebenfalls in vollzeitschulischer Form, allerdings mit festen Schul- und Praxistagen).

Die konsekutive Ausbildungsform ...
...dauert insgesamt drei Jahre. Zunächst lernst du in einem zweijährigen überwiegend fachtheoretischen Ausbildungsabschnitt. Dieser Abschnitt umfasst 35 Unterrichtsstunden pro Woche und mehrere Praktikumsblöcke (insgesamt 16 Wochen). Nach bestandenem Fachschulexamen folgt das einjährige Anerkennungsjahr (fachpraktischer Ausbildungsabschnitt). In diesem Jahr arbeitest du in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit (z. B. Kita oder Wohngruppe). Dein fachpraktischer Ausbildungsabschnitt beinhaltet zudem 160 bis 200 Stunden begleitenden Unterricht. Dein Anerkennungsjahr schließt mit einem Kolloquium (Abschlussprüfung) ab.

Die praxisintegrierte Ausbildungsform (PIA) ...
... ist ebenfalls eine Vollzeitausbildung und baut auf demselben Lehrplan auf,
wie die konsekutive Ausbildungsform. Anstelle von Praktikumsblöcken und Anerkennungsjahr gibt es in jeder Woche festgelegte Schul- und Praxistage. Bei
dieser Ausbildungsform verdienst du bereits dein eigenes Geld. Fachschul-
examen und Kolloquium finden am Ende des dritten Jahres statt.

Welche Förderungs­möglichkeiten gibt es?

Die Fördermöglichkeiten sind individuell ganz unterschiedlich. In Frage kommen gegebenenfalls:

  • Bundesausbildungsförderung, BAföG (Schüler-BAföG)
  • Aufstiegs-BAföG (AFBG)
  • Bildungsgutschein
Was lerne ich im einzelnen?

Dein Unterricht gliedert sich in folgende Bereiche:

  • Fachrichtungsübergreifender Lernbereich (z. B. Deutsch, Englisch als Fremdsprache)
  • Fachrichtungsbezogener Lernbereich (z. B. Berufliche Identität und professionelle Perspektive weiter entwickeln, Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten)

Sofern du dich dazu entschieden hast, zusätzlich noch die Fachhochschulreife (Fachabi) zu erwerben:

  • Mathematik

Allgemeine Hochschulreife und Abschluss als staatlich anerkannte:r Erzieher:in am Beruflichen Gymnasium für Gesundheit und Soziales

Das Spezielle an dieser Ausbildung ist, dass du zusätzlich noch die Allgemeine Hochschulreife (Fachabi) erwirbst.

Welcher Schulabschluss ist Voraussetzung?

Das berufliche Gymnasium für Gesundheit und Soziales kannst du besuchen, wenn du die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erworben hast, also die Fachoberschulreife mit „Q-Vermerk“ besitzt.

Du kannst auch aus der Oberstufe eines allgemeinbildenden Gymnasiums auf das berufliche Gymnasium wechseln. Dies ist grundsätzlich aber nur in die Jahrgangsstufe 11 möglich. Wenn du bereits die Fachhochschulreife (Fachabi) erworben hast, kannst du unter Beibehaltung des Schwerpunktes Gesundheit und Soziales in die Jahrgangsstufe 12 aufgenommen werden. Beim Eintritt in die Jahrgangsstufe 12 musst du allerdings Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache mindestens im Umfang des Unterrichts der Jahrgangsstufe 11 nachweisen.

Wie gestaltet sich die Ausbildung und die Prüfung?

Deine Ausbildung dauert in diesem Bildungsgang insgesamt vier Jahre.
Sie gliedert sich in eine dreijährige schulische Ausbildung mit Blockpraktika in der sozialpädagogischen Praxis (14 Wochen). Daran schließt sich ein einjähriges Anerkennungsjahr an. Dein Anerkennungsjahr wird mit 160 bis 200 Stunden Unterricht begleitet.

Die Berufsabschlussprüfung für Erzieher:innen umfasst folgende Prüfungen und Prüfungsfächer

  • Erste Teilprüfung in den Fächern Erziehungswissenschaften, Deutsch, Englisch oder Religionslehre
  • Zweite Teilprüfung mit einer Projektarbeit
  • Fachpraktische Prüfung mit einem Kolloquium
  • Abiturprüfung
    1. Prüfungsfach: Deutsch (LK)
    2. Prüfungsfach: Erziehungswissenschaften (LK)
    3. Prüfungsfach: Englisch oder Religionslehre
    4. Prüfungsfach: Mathematik oder Biologie

Die schriftliche Abiturprüfung wird als zentrale Prüfung durchgeführt.

Was lerne ich im Einzelnen?

Das Unterrichtsangebot der ersten drei Ausbildungsjahre (36 Stunden pro Woche) umfasst sowohl berufsbezogene als auch berufsübergreifende Fächer. Verschiedene Themen und Aufgabenstellungen werden fächerübergreifend in Form von Projekten bearbeitet.

Dein Unterricht gliedert sich in folgende Bereiche:

  • Berufsbezogener Lernbereich (z. B. Biologie, Erziehungswissenschaften)
  • Berufsübergreifender Lernbereich (z. B. Deutsch, Gesellschaftslehre mit Geschichte)
  • Differenzierungsbereich (z. B. Informatik, Erlebnispädagogik)
Welche Förder­möglich­keiten gibt es?
  • Bundesausbildungsförderung, BAföG (Schüler-BAföG)

Du solltest mitbringen:

  • Spaß am Umgang mit Kindern
  • Spaß an Bewegung, Kreativität und Musikalität
  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Fähigkeit zur (Selbst-) Reflexion
  • Geduld und Nervenstärke
  • Organisatorisches Geschick
  • Teamfähigkeit

Kontakt

Berufskolleg Allgemeingewerbe, Hauswirtschaft und Sozialpädagogik (AHS) Siegen

Berufliches Gymnasium für Gesundheit und Soziales (FSA)
Frau OStR`in Corinna Merdes
E-Mail: c.merdes@berufskolleg-ahs-si.de
Telefon: 0271 23667-0

Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik (FSP und FSP-PIA)
Herr StD Bernhard Breuer
E-Mail: b.breuer@berufskolleg-ahs-si.de
Telefon: 0271 23667-0

Mittelfristig ist geplant, am Berufskolleg Wittgenstein einen Ausbildungsgang einzurichten.
Berufskolleg Wittgenstein
Frau OStD`in Claudia Sauer (Schulleiterin)
E-Mail: claudia.sauer@berufskolleg-wittgenstein.de
Telefon: 02751 9263-272

Ev. Kirchenkreis
Sandra Röcher (Fachberatung)
Burgstraße 21, 57072 Siegen
Telefon: 0271 5004-213
Email: kita@kirchenkreis-siegen.de
www.evangelischekita.de/jobs-karriere/ausbildung

AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein-Olpe
Nadine Stelzer (Personalreferentin)
Koblenzer Straße 136, 57072 Siegen
Telefon: 0271 3386-148
Email: n.stelzer@awo-siegen.de
www.awo-siegen.de

Kath. Kindertageseinrichtungen Siegerland-Südsauerland gem. GmbH
Daniela Mayo-Martinez (Regionalleitung)
Friedrichstr. 4, 57462 Olpe
Telefon: 0291 9916-8350
Email: daniela.mayo-martinez@kath-kitas-olpe.de
www.kath-kitas-olpe.de

Kitas der Stadt Kreuztal
Monika Wurmbach (Ausbildungsleitung)
Siegener Straße 5, 57223 Kreuztal
Telefon: 02732 51243
Email: mo.wurmbach@kreuztal.de
www.kreuztal.de

DRK Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V.
Heide Heinecke-Henrich (Abteilungsleitung und Fachberatung)
Telefon: 0271 33716-4512
Email: h.heinecke-henrich@drk-siegen-wittgenstein.de
www.drk-siegen-wittgenstein.de

Der Paritätische Siegen-Wittgenstein / Olpe
Gundhild Seelbach (Sprecherin des Paritätischen)
Telefon: 02732 / 21082 oder 02732 596844
Email: info@fz-kreuztal-mitte.de
www.siegenwittgenstein.paritaet-nrw.org

Caritas Kitas Siegen
Anne Büdenbender (Bereichsleitung)
Zur Talsperre 2, 57250 Netphen
Telefon: 02738/691028
Email a.buedenbender@caritas-siegen.de
www.caritas-siegen.de

Anmeldung

Anmeldungen erfolgen über das Portal www.schueleranmeldung.de und durch Vorlage der schriftlichen Bewerbung beim Berufskolleg.

Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik (FSP), und Berufliches Gymnasium für Gesundheit und Soziales (FSA) ab Ausgabe der Halbjahreszeugnisse

Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik, praxisintegrierte Ausbildung (FSP-PIA), im Oktober des Vorjahres